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Prävention bedeutet Vorsorge zu leisten und Themen schon anzusprechen bevor sie passieren. Dazu hat sich die Geschwister-Scholl-Realschule für die Klassenstufen 8 und 9 die Theatergruppe Q-rage eingeladen. Während des interaktiven Theaterstücks haben zwei Schauspieler mithilfe von Theater- und Filmsequenzen typische schulische Situationen dargestellt, welche dann mit den Zuschauen reflektiert wurden.

Zu Beginn wurde der Ursprung das Theaterstücks und das Problem der Gewaltspirale thematisiert. Dabei wurde schnell klar, dass jeder Schüler bereits mit Gewalt, egal ob physisch, psychisch oder verbal, in Kontakt kam. Allerdings wurde von den Schülern auch kommuniziert, dass sie eigentlich in einem Umfeld leben möchten, in dem Gewalt nicht auf der Tagesordnung steht.

Und genau hier setzte das Theaterstück an: Was kann jeder Schüler dazu beitragen, damit die Schule ein gewaltfreier Ort ist?

Im Theaterstück „Am Limit“ geht es darum, dass die beiden Freunde Julia und Max verschieden Situationen erleben, in denen es zu Gewaltvorfällen, Angst und Mobbing kommt. Dabei stehen die beiden immer wieder vor den Fragen: „Eingreifen oder Wegschauen? Was ist der korrekte Weg? Was für Konsequenzen hat mein Handeln? Oder eben auch Nicht-Handeln?“ Obwohl die beiden sehr gut befreundet sind, haben sie unterschiedliche Standpunkt, welche sie auch klar darstellen. Und genau in diesen Momenten waren die Schüler an der Reihe. Wo positionieren sich die Schüler der Geschwister Scholl Realschule? Es geht dabei darum, die Argumente des Gegenübers anzuhören, einzuordnen und in einen offenen Dialog zu gehen. Und eben nicht darum, Argumente nur klein zu reden und den Standpunkt des anderen nicht zu akzeptieren - denn schon hier beginnt der erste Schritt der Gewalt. Dies zeigt sich auch während des Theaterstücks, denn Julia und Max sind auf diese Weise in die Gewaltspirale gezogen worden. Während der eine zum Mittäter wurde, rutschte der andere in die Opferrolle – und die Freundschaft wurde auf eine harte Probe gestellt. Das Theaterstück gibt keine konkrete Anleitung, wie richtiges Handeln aussieht, denn dies ist leider nicht objektiv. Es geht dabei darum, sein Handeln reflektiert zu betrachten und manchmal über seinen Schatten zu springen, dass man trotz Angst und Verunsicherung gegenüber seinen Mitmenschen Courage zeigt. Durch die Unterbrechungen des Theaterstücks und den Raum für offene Meinungsäußerung wurde jeder Schüler angeregt, dem Theaterstück aktiv zu folgen.

Da das Theaterstück viel Raum für Interpretation und bewusst Fragen offen lässt, ist eine anschließende Reflexion wichtig für das Gelingen der Präventionsveranstaltung. Deswegen haben alle teilnehmenden Klassen noch Besuch von Stefan Bettels bekommen, einem Coach, der mit Q-rage kooperiert. Dabei wurden verschiedene Themen angesprochen und jeder Schüler hat sich dazu positionieren müssen. Es wurden die Problembereiche jeder Klasse individuell besprochen und gemeinsam ein Weg gesucht, damit sich jeder Schüler in seiner Klasse wohl fühlen kann.

Das Theater “Q-rage“ hat in Kooperation mit dem Verein „Ein Stern für Lena * Gegen Gewalt“ das Theaterstück „Am Limit!“ und die anschließende Reflexion entwickelt. Weitere Informationen über Q-rage finden Sie hier: www.q-rage.de